Objektfotografie
Einmal abgesehen von der rein sachlichen Produktdarstellung zu Werbe- oder Dokumentations-zwecken hat es schon seinen speziellen Reiz, alltägliche Gegenstände im Bild festzuhalten, sie gut gestaltet zum besonderen Objekt werden zu lassen.
Sehr oft sind es ja die kurzen Momente, die einen Gegenstand interessant werden lassen. Ob es nun das zufällig überschwappende Wasserglas ist, der Dampf, der von heißen Getränken aufsteigt oder der Schatten einer Spülbürste, der durch das Sonnenlicht an der Wand entsteht. Immer, wenn wir das erkennen, ist eigentlich schon ein mögliches Fotomotiv entstanden. Was jetzt das gute Foto und den guten Fotografen ausmacht, ist das genaue Beobachten, das Erkennen der faszinierenden kleinen Details die letztendlich die Situation bestimmen. Diese Details sind es, die es lohnen, für ein Foto nachgestellt zu werden. Kleinigkeiten können zum bildbestimmenden Element werden, wenn sie markant präsentiert werden.
So ist eine Bildidee schnell gefunden, die ja allerdings oft neu inszeniert werden muss, wenn es sich nicht um eine Situation handelt, die es erlaubt, schnell die Kamera zu holen und das Foto zu schießen. Im bewussten Nachstellen kann dann das Bild in Ruhe und ohne störende Elemente gestaltet werden. Ein solcher Aufbau muss überhaupt nicht in einer Studioatmosphäre stattfinden; der authentische Ort mit dem vorhandenen Sonnenlicht oder dem Licht der Schreibtischlampe reicht meistens aus.

Die eigentliche Besonderheit in der Objektfotografie ist es, dass niemals eine Aktion vom Gegenstand ausgeht. Unser " Model " wird nicht posen, sich nicht geübt von der besten Seite zeigen und selten auf Anhieb die sympathische Ausstrahlung haben, die das Foto sehenswert macht. Das Geheimnis ist, dass der Fotograf sich dafür die nötige Zeit nimmt und die richtige Ansicht mit der besten Darstellungsweise findet. Damit ist im Groben der Teil erledigt, der sich vor der Kamera abspielt.

