Praxistest: SIGMA-Objektive im Profieinsatz
Nun liegen die 4 wunderbaren Wochen auf der Südinsel Neuseelands schon wieder einige Zeit hinter uns. Wahnsinnseindrücke waren das.
Und diese konnten wir durch die großzügige Unterstützung mit Objektiven von SIGMA sehr vielgestaltig festhalten. Dabei haben wir natürlich mit den dort verwendeten Linsen praktische Erfahrungen sammeln können, die wir den Fotowelt-Lesern selbstverständlich nicht vorenthalten wollen.

Einleitend sei gesagt, dass wir beide nicht zu den Fotografen gehören, die Fotografie ausschließlich aus der technischen Sicht betreiben. Vielmehr sind für uns die Bildaussage, der Bildaufbau, ein tolles Licht, sehr gern abgefahrene Stimmungen sowie heftige Action usw. wichtig. Deshalb wollen wir an dieser Stelle auch nicht mit Fachchinesisch und technischem Bla bla bla glänzen. Davon verstehen Andere vielleicht ohnehin mehr als wir.
Jeder Fotograf hat natürlich Objektivfavouriten, mit denen er seine Ideen am besten verwirklicht sieht und die für ihn dadurch stilbildend sind. Meine Nummer eins ist das 15 mm Fisheye (15 mm F2,8 EX DG Diagonal Fisheye)! Auf diesem Trip konnte ich wieder feststellen, dass es für mehr zu gebrauchen ist, als nur lustige Portraitbilder. Bei bestimmten Situationen kann man auch richtig abgefahrene Landschaftsaufnahmen damit machen. Immer dann, wenn ein gebogener Horizont in den Bildaufbau passt, oder sich runde oder kurvige Teile der Landschaft damit verstärken lassen.
Aus diesem Grund ist das neue 10 mm Fisheye (10 mm F2,8 EX DC HSM Fisheye) ein Knaller: Timo konnte hiermit den gleichen Effekt an seiner 20D (kein Vollformat Chip) einsetzten und das bei der gleichen Qualität des 15 mm Fisheye an meiner Canon 1Ds II. Ein tolles und sinnvolles neues Objektiv!
Weitere Objektive, von denen wir beide sehr angetan waren, sind das 24 mm F1,8 (24 mm F1,8 EX DG Asp. Makro) und das 28 mm F1,8 (28 mm F1,8 EX DG Asp. Makro). Das 24 mm F1,8 avancierte zwischenzeitlich sogar zu unserem zweiten Liebling. Vor allem an der 1Ds II mit Vollformat Chip, denn hier ist es im Makrobereich und im leichten Weitwinkelbereich stark (an der 20D ist es halt nicht so weitwinklig, da ist es ein reines Makroobjektiv).
Beide Objektive sind knackscharf und machen bei Gegenlicht und geschlossener Blende wunderbare Blendeflecke und Sternchen. Bei Offenblende und Makroaufnahmen braucht man wegen des winzigkleinen Schärfebereichs ein Stativ oder ein verdammt ruhiges Händchen, aber es geht auch aus der Hand (mit Luft anhalten!).
Mir hat auch das 50-500 mm (50-500 mm F4,0-6,3 EX DG APO HSM RF) viel Spaß gemacht, weil es so verdammt vielseitig ist. Wenn man sich vornimmt, nix Weitwinkliges zu machen, kann man es für fast alle Situationen einsetzten und am Body lassen. Mal eben die 100 m entfernte Möwe nah ran holen, danach die komplette Strandstimmung mit 50 mm einfangen. Tolle Schärfe, leiser und schneller Autofokus. Definitiver Nachteil: das Gewicht! Sehnenscheidenentzündung lässt grüßen! Aber diese alte Fotografenkrankheit lässt sich mit schönen Bildergebnissen immer wieder perfekt auskurieren.
Die Qualität des 100-300 mm (100-300 mm F4 EX DG APO HSM IF) ist meiner Meinung nach genauso gut, es ist aber nicht so flexibel wie das 50-500 mm. Es ist aber naturgemäß leichter! Beide Objektive wirken absolut robust und unkaputtbar.
Wenn man diese beiden Linsen im Rucksack hat, fällt es schwer das 170-500 mm (170-500 mm F5,0-6,3 DG Asp. APO RF) an die Kamera zu schrauben. Die Brennweitenspanne liegt ähnlich wie beim 50-500 mm im längeren Telebereich, jedoch nicht mit einer so großen Spreizung. Damit zielt dieses Objektiv in seinen Möglichkeiten in den Bereich der Tierfotografie, was nicht so ganz mein Gebiet ist. Und weil wir mittlerweile alle verwöhnt sind, fällt natürlich auch sofort auf, dass es noch keine HSM-Technologie zu schnelleren Scharfeinstellung beinhaltet und von daher nicht mehr ganz mit den eben genannten Linsen mithalten kann. Betrachtet man lediglich die optische Leistung, ist aber wieder alles im grünen Bereich.
Das 15-30 mm (nicht mehr im aktuellen Sortiment – die Red.) ist ein klasse Weitwinkelzoom, wobei es mich an der 1Ds II (Vollformat Chip) nicht so umhaut, da die Ecken bei 15 mm nie wirklich scharf sind. Aber wer sich eine Kamera mit Vollformat Sensor zulegt, weiß ja von vornherein, dass dieser prinzipbedingt nicht mit allen Objektiven harmonieren kann. An der 20D (Sensor im APS-C Format) machte es nach wie vor einen klasse Job.
Das 17-70 mm (17-70 mm F2, 8-4,5 DC Asp. IF Makro) hatte ich an meiner Sigma SD 10, und der einzige Nachteil war, dass ich mir an dieser Kamera öfters etwas Weitwinkligeres gewünscht hätte, das Gleiche gilt für das 20 mm (20 mm F1,8 EX DG Asp. RF). Die Bildqualität war bei beiden Objektiven aber Spitze!
Da wir beide gerne mit extremen Brennweiten arbeiten (Tele- und Weitwinkel) kann ich zum 24-60 mm (24-60 mm F2,8 EX DG Asp. IF) und zum 28-70 mm (24-70 mm F2,8 EX DG Asp. Makro) nur sagen…ja….ich persönlich muss diese Linsen nicht unbedingt haben, aber sie sind Ok! Scharf, lichtstark, robust, leise,schnell….was will man da noch sagen. Es sind vernünftige Standardzoomobjektive.
Zum Neuen 4,5 mm (4,5 mm F2,8 EX DC HSM Fisheye) habe ich noch nicht so eine fundierte Meinung. Da wir beide noch nie mit einem kreisrunden Fisheye gearbeitet haben, viel es uns anfangs schwer etwas Vernünftiges zu fotografieren. Man ist es halt nicht gewohnt, einen Bildaufbau für ein rundes Bild zu gestalten. Nach einiger Zeit bekamen wir aber Spaß an der Linse…sowohl zum Rumblödeln, als auch für abgefahrene Landschaften. Was sich später am Rechner herausstellte, war, dass es cool aussieht, wenn man mehrere runde Bilder vor schwarzem Hintergrund in einer Reihe nebeneinander setzt….etwas Lomomäßig.
Wenn wir unseren ganz speziellen Fotostil zugrunde legen, ergibt sich für unsere Erfordernisse folgende Hitliste:
- 15 mm Fisheye
- 10 mm Fisheye
- 50-500 mm
- 24 mm
- 100-300 mm
- 28 mm
- 15-30 mm
- 4,5 mm
- 20 mm
- 17-70 mm, 24-60 mm, 28-70 mm
- 170-500 mm























