Reisebericht Thailand
Bangkok (auf Thailändisch Krung Thep) bedeutet übersetzt „Stadt der Engel“. Der vollständige Name besteht jedoch aus über 100 Buchstaben und wurde damit als längster Name einer Stadt ins Guinness-Buch der Rekorde aufgenommen.
Häufig dient Bangkok nur als Stop-Over für andere Reiseziele, doch ein längerer Aufenthalt lohnt sich. Die Stadt ist das politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum Thailands mit Universitäten, Hochschulen, Palästen, über 400 Wats (buddhistische Tempelanlagen und Klöster) und schier unendlichen Einkauf- und Unterhaltungsmöglichkeiten. Hotels sind für Europäische Verhältnisse günstig und bieten einen sehr hohen Standard.
Doch bevor man in solch einen Großstadtdschungel abtaucht, sollte man sich Gedanken über das Foto-Equipment machen. Mit einen schönen Weitwinkelobjektiv lässt sich gut die Skyline einer Stadt festhalten (Bilder 1, 3 und 5). Der ausgedehnte Bildwinkel gibt dem Motiv eine gewisse Tiefe. Eine Telebrennweite wird hingegen benötigt, wenn Sie wie hier den „State Tower“ (Bild 4) in seiner ganzen Pracht erfassen möchten.
Thailand liegt in einer tropischen Klimazone und die Temperaturen können je nach Jahreszeit leicht um die 35°C liegen. Auch die Luftfeuchtigkeit ist sehr hoch, was das Reisen und Unternehmungen beschwerlich machen kann. Aus diesem Grund kann es überaus praktisch ein schönes, kompaktes Zoomobjektiv im Gepäck zu haben wie z.B. das 18 – 200 mm F3,5 – 6,3 DC. Die Abkürzung „DC“ steht für „Digital Camera“ und bedeutet, dass dieses Objektiv für den kleineren Bildkreis, wie er heutzutage in vielen digitalen Spiegelreflexkameras zu finden ist, optimiert wurde. Es ist da kleinste Objektiv seiner Klasse und das bedeutet: eine handliche und dennoch sehr flexible Fotoausrüstung für unermüdliche Entdeckungen in einer Millionenmetropole!
Zuerst einmal sollte man sich mit dem Verkehr anfreunden, denn mehrere Millionen Verkehrsteilnehmer quälen dich tagtäglich durch die Innenstadt. Straßen und Verkehrsnetze wurden schon auf mehreren Ebenen angelegt, doch auch dies scheint nicht viel Entlastung zu bringen. Sechs Spuren Straßenverkehr und das nur in eine Richtung, da ist es ungeheuer hilfreich einen guten Weitwinkelbereich zur parat zu haben!

Obwohl Taxifahrten sehr günstig sind, sind sie zur Hauptverkehrszeit nur bedingt zu empfehlen. Wesentlich schneller kommt man mit den Skytrain oder der erst in Jahre 2004 eröffneten U-Bahn voran.


Mit dem Skytrain gelangt man direkt an das Ufer des Chao Praya Flusses. Von dort aus lassen sich viele Sehenswürdigkeiten auf gemütliche Art ansteuern und man genießt eine angenehme Brise in der ansonsten recht stickigen Stadt. Gerade bei Aufnahmen von einem Boot aus oder anderen Orten an denen der Bewegungsfreiraum eingeschränkt ist, kommen die großen Vorteile eines flexiblen Reisezooms zum Tragen. Schnell ist der gewünschte Bildausschnitt gewählt und schon ist das Foto im Kasten.



Entlang des Ufers gibt es viel zu entdecken. Die imposante Skyline der Stadt mit ihren Luxushotels und beeindruckenden Gebäuden hat einen ganz besonderen Reiz. Zwischen herausgeputzten Hochglanzfassaden befinden sich nie vollendete Bauruinen, die an den Wirtschaftscrash in den 90er erinnern. Etwas weiter flussaufwärts wird es ruhiger. Kleinere Stege und Holzhütten zieren das Bild.

Und auch Wat Arun (Tempel der Morgenröte) (Bild 16) und Wat Phra Kaeo mit dem Royal Grand Palace (Bild 17) liegen schon bald in Sichtweite.

Das Wahrzeichen Thailands ist der Tempel Wat Arun. Der begehbare Tempelturm ist mit seinen fast 100 m Metern der höchste in Thailand und bietet einen guten Ausblick über die Altstadt. Dank des Weitwinkels lässt sicht der Turm trotz kurzer Aufnahmedistanz vollständig aufnehmen. Verlässt man das Boot an der Haltestelle „Tha Thien“ oder „Tha Chang Wang Luang“ ist es nur noch ein Katzensprung zum Wat Phra Kaeo. Wat Phra Kaeo ist eine sehr komplexe Tempelanlage, die u.a. den „Smaragd-Buddha“ (Emerald Buddha) beherbergt. Es ist die in Thailand am meisten verehrte Buddha-Statue und darf leider nicht fotografiert werden. Abgesehen von unzähligen Schätzen und Kostbarkeiten ist der gesamte Gebäudekomplex, zu dem auch der Königspalast (Royal Grand Palace) gehört, ein architektonisches Kunstwerk. Feinste Mosaike aus Porzellan und Gold zieren unzählige Pagoden und Türme (Chedis) (Bilder 18 – 21).
Im Inneren der Tempelanlage kann man schaurig schöne Dämonen betrachten, deren Detailreichtum absolut faszinierend ist.
Besonders die kleinen Details sind so faszinierend, dass man sie einfach fotografisch festhalten muss. Gerade hier macht sich die unglaubliche Flexibilität eines Allround-Reisezooms auch wieder bemerkbar. Beeindruckend ist auch der originalgetreue Miniaturnachbau der Tempelanlage Angkor Wat (Kambodscha) (Bild 28). Durch eine geschickte Auswahl des Bildausschnitts entsteht die Illusion einer Tempelanlage in Naturgröße. Gerade solche Spielereien lassen sich mit einem flexiblen Zoombereich gut verwirklichen.


Auch Opfergaben gehören zu einem alltäglichen Bild in Bangkok. Gläubige stimmen die Dämonen mit Gaben aus Blumen, Räucherstäbchen, aber auch Lebensmitten, Tabakwaren und Getränken milde.
Auch Geisterhäuschen findet man überall in Thailand. Jedes Mal, wenn ein neues Baugrundstück erschlossen wird, muss zuerst ein Geisterhäuschen am Anfang des Grundstücks errichtet werden. Dies zeigt den Dämonen und Geister, welche das Grundstück ursprünglich bewohnten, dass sie nicht vertrieben werden, sondern dass ihre Anwesenheit geschätzt wird.
Das soll Unheil von den neuen Bewohnern abwenden. Eines der bekanntesten Geisterhäuschen in Bangkok ist der „Erewan Schrein“, welcher ursprünglich vor den Erewan Hotel erbaut wurde. Obwohl es dieses Hotel heutzutage nicht mehr gibt finden sich dort täglich mehrere hundert Menschen ein, in der Hoffnung, dass ihre Wünsche und Gebete von den Dämonen und Göttern erhört werden.
Verlässt man das Gelände des Wat Phra Kaeo und des Royal Grand Palace, findet man direkt nebenan einen weiteren, bedeutenden Tempel Bangkoks: Wat Po. Als erste öffentliche Bildungsstätte Thailands ist hier immer noch die Königliche Thai-Massage Schule und die Schule der traditionellen Medizin untergebracht. Trotz der vielen Touristen und Gläubigen kann man hier leicht dem hektischen Treiben der Großstadt entfliehen und wer sich ganz besonders entspannen möchte, kann sich hier nach allen Regeln der Kunst mit einer Thaimassage verwöhnen lassen oder an einem Yoga-Kurs teilnehmen.



Die meistbestaunte Sehenswürdigkeit dieser Anlage ist der liegende Buddha. Diese 46 m lange und 15 m hohe Statue zeigt Buddha beim Übergang ins Nirwana, was an seinem zufrieden lächelnden Gesichtsausdruck erkennbar ist. Vor dem Betreten des Gebäudes müssen sich allerdings alle Besucher die Schuhe ausziehen, doch danach steht dem Fotovergnügen nichts mehr im Wege. Gerade bei einem solchen Motiv wie diesem imposanten, liegenden Buddha (Bild 31, 32 und 33) ist ein Weitwinkel unverzichtbar, da die Wahl des Aufnahmestandpunktes räumlich sehr begrenzt ist. Darüber hinaus finden sich auf dem Tempelgelände von Wat Po viele Steinskulpturen von denen einige Europäer darstellen sollte.


Ist man nach dem Besuch dieser beiden Tempel und von der ungewohnt heiß-schwülen Luft noch nicht allzu erledigt, bietet sich ein kleiner Fußmarsch durch Bangkoks „China Town“ an. Spätestens an diesem Punkt ist man dankbar, dass man kein ganzes Sortiment an schweren Objektiven mit sich herumtragen muss! Das 18 – 200 mm F3,5 – 6,3 DC ist der perfekte Begleiter. Exotische Gerüche, unzählige Garküchen und noch nie zuvor gesehene Früchte lassen einen neugierig werden. Oder vielleicht möchten Sie auch einmal Ihr Glück an einem der unzähligen Losstände auf den Straßen versuchen?



Neben all diesen kulturellen Highlights gibt es auch noch eine andere Seite Bangkoks und der Thais. Diese lässt sich einfach mit dem thailändischen Wort „Sanuk“ beschreiben, was übersetzt soviel bedeutet wie Spaß oder Lebensfreude.
Dazu gehören definitiv Essen, Feiern und Einkaufen! Letzteres kann man ausgiebig in der Gegend um den „Siam Square“ betreiben. Dort reiht sich ein großes, klimatisiertes Shopping Center ans nächste. Hier bekommt man alles was das Herz begehrt, angefangen von Kunsthandwerk, über Kleidung, Elektroartikel bis hin zu Edeldesignern und Autos der Luxusklasse.
Das neueste und nobelste Shopping Center ist das „Siam Paragon“, welches erst im Dezember 2005 eröffnet wurde. Hier sind die meisten weltbekannten Designer mit ihren Ladengeschäften vertreten und auch ein Autosalon ist integriert. Das Highlight befindet sich aber in den Untergeschossen des Gebäudes. Dort kann man die Siam Ocean World bestaunen, Thailands größtes Aquarium, welches ca. 30.000 Tiere, ein künstlich angelegtes Riff und sogar Haie beherbergt.


Der Blick von der Skytrain Station auf das „Siam Paragon“ (Bild 41) ist besonders interessant. Mit einem Zoomobjektiv lässt sich schnell der gewünschte Bildausschnitt festlegen. Wer allerdings auf Schnäppchenjagd ist, ist im „Mah Boon Krong“ Center (Kurz MBK-Center) (Bild 42 und 43) besser aufgehoben.
Wahrscheinlich würde man mindestens eine Woche benötigen, um sich einen detaillierten Eindruck über das Angebot der Geschäfte rund um den Siam Square zu Verschaffen! Sehr viele Einkaufsmöglichkeiten gibt es auch entlang der „Sukhumvit Road“ und auf den vielen verschiedenen Märkten und Nachtmärkten.
Doch bevor man sich nach einem anstrengenden Tag Sightseeing noch in das Getümmel eines Nachtmarkts stürzt, würde ich empfehlen zum Sonnentergang einen Cocktail in einer der schicken Cocktailbars der Nobelhotels am Ufer des Chao Phraya zu sich zu nehmen und einfach den Ausblick zu genießen. Auch zu empfehlen ist die Dachterrasse des renommierten Banyan Tree Hotels (Bild 44 – 49) auf der „Sathorn Road“.
Das Hotel behauptet von sich selbst die höchste Open-Air „Grill & Moon Bar“ der Welt zu besitzen! Die auf dem Dach befindliche Cocktailbar „Vertigo“ macht ihrem Namen alle Ehre, denn man sollte schon halbwegs Schwindelfrei sein, um den phantastischen Ausblick über die atemberaubende Stadt genießen zu können. Hier hat man tatsächlich zu allen Seiten einen uneingeschränkten Blick auf Bangkok und muss nicht durch Glasscheiben oder Stacheldrahtsicherungen schauen wie man es von anderen Aussichtspunkten her kennt.
Besonders praktisch ist es natürlich, wenn man bei schlechten Lichtverhältnissen oder in der Dämmerung ein Objektiv mit einem optischen Bildstabilisator zur Hand hat wie z.B. das 80 – 400 mm F4,5-5,6 EX DG OS. Bis zu drei Verschlusszeitenstufen länger kann man dadurch verwacklungsfrei aus der Hand fotografieren. Das bedeutet, wenn Sie beispielsweise mit einer 1/125 Sekunde aus der Hand verwacklungsfrei fotografieren könnten, ermöglicht das OS-Objektiv bis zu etwa 1/15 Sekunde verwacklungsfrei Aufnahmen.
Doch hier gibt es zum Glück auch ein Geländer (Bild 45) auf dem man die Kamera abstellen kann, wenn man kein Stativ zu Hand hat. Aber Achtung! Blitz ausstellen nicht vergessen, denn die Reichweite ist zu gering für solche Aufnahmen. Man besten nimmt man einen Fernauslöser oder stellt einfach den Selbstauslöser ein. Auch eine Spiegelvorauslösung ist bei Aufnahmen mit langen Belichtungszeiten nützlich, denn sie schützt vor Verwacklung, die durch den Spiegelschlag ausgelöst werden kann.

Ein besonders empfehlenswerter Nachtmarkt ist der „Suan Lum Night Bazaar“ direkt neben dem „Lumpini Park“ (Bild 49 unten rechts neben dem Park). Hier geht es wesentlich entspannter zu als auf dem berühmt berüchtigten Nachtmarkt und Vergnügungsviertel „Patpong“, der sozusagen auch zum Pflichtprogramm eines jeden Touristen gehört, leider aber sehr stark vom Sextourismus und von Verkäufern der aufdringlicheren Sorte geprägt ist.
Wenn Sie nun neugierig auf das „Land des Lächeln“ und seine vielseitigen Facetten geworden sind, haben Sie bald die Gelegenheit mehr zu erfahren. Die SIGMA Fotowelt ist ein ständig wachsendes Portal rund um die Fotografie und lädt Sie gerne wieder auf eine virtuelle Reise ein.

















