Hundefotografie mit dem Sigma 20-60mm F2.8-4 DG | Contemporary

Sigma 20–60mm F2.8-4 DG | Contemporary
Von Regine Heuser

Flexibel, leicht und überraschend vielseitig – unterwegs in Stadt, Natur und Studio

 

In der Hundefotografie arbeite ich sehr gern mit unterschiedlichen Brennweiten, denn sie beeinflussen nicht nur den Bildausschnitt, sondern auch die gesamte Bildwirkung. Gerade wenn ich mehrere Stunden unterwegs bin und verschiedene Motive, Perspektiven und Locations fotografieren möchte, ist ein flexibles Zoomobjektiv eine ausgesprochen praktische Lösung. Das Sigma 20–60mm F2.8–4 DG | Contemporary hat mich dabei vor allem durch drei Dinge überzeugt: seine sehr gute Bildqualität, das geringe Gewicht und den Brennweitenbereich, der sich kreativ erstaunlich vielseitig einsetzen lässt.

 

Für meinen Praxistest habe ich das Objektiv in sehr unterschiedlichen Situationen eingesetzt: bei einem längeren City-Shooting, in der Natur und auch im Studio. Genau dieser Wechsel war für mich spannend, denn er zeigt sehr schnell, ob ein Objektiv nur in einem bestimmten Bereich überzeugt oder ob es sich wirklich flexibel in den fotografischen Alltag integrieren lässt.

Ein Brennweitenbereich, der Kreativität zulässt

 

20 bis 60 Millimeter klingt zunächst nach einem eher kompakten Brennweitenbereich. In der Praxis bietet er aber genau die Möglichkeiten, die ich bei kreativen Hundeporträts sehr häufig nutze. Mit 20 Millimetern lässt sich viel von der Umgebung in das Bild einbeziehen. Das ist besonders in der Stadt interessant, weil Architektur, Linien und Flächen nicht nur Hintergrund sind, sondern aktiv Teil der Bildgestaltung werden können. Gleichzeitig kann ich sehr nah am Hund arbeiten und dadurch Perspektiven erzeugen, die mit längeren Brennweiten so nicht möglich wären.

 

Am anderen Ende des Bereichs bieten 60 Millimeter eine deutlich ruhigere, natürlichere Bildwirkung. Dadurch kann ich zwischen weitwinkligen, sehr räumlichen Aufnahmen und klassischen Porträts wechseln, ohne ständig das Objektiv tauschen zu müssen. Gerade auf längeren Touren ist das ein großer Vorteil: Ich kann spontan auf eine Location reagieren und entscheide erst vor Ort, welche Brennweite die Bildidee am besten unterstützt.

Bei einem City-Shooting bin ich oft mehrere Stunden zu Fuß unterwegs. Wir wechseln die Spots, suchen nach Linien, Spiegelungen, Lichtkanten oder ungewöhnlichen Perspektiven und fotografieren nicht einfach nur vor einem einzigen Hintergrund. Genau hier habe ich das geringe Gewicht des 20–60mm sehr geschätzt. Ein Objektiv, das leicht und kompakt ist, klingt zunächst nach einem Komfortthema, nach einigen Stunden mit Kamera in der Hand wird daraus aber ein echter praktischer Vorteil.

 

Gleichzeitig möchte ich unterwegs möglichst wenig Kompromisse bei der Bildgestaltung machen. Mit dem 20–60mm konnte ich sowohl sehr weitwinklige Motive mit viel Architektur fotografieren als auch den Hund stärker in den Mittelpunkt rücken. Besonders interessant ist für mich der Weitwinkelbereich, wenn ich tief fotografiere. Gebäudelinien können dabei sehr präsent werden und dem Bild Tiefe geben. Entscheidend ist, den Weitwinkel bewusst einzusetzen und den Hund nicht unkontrolliert an den Bildrand zu setzen, wo Proportionen schnell unvorteilhaft wirken können.

Schärfe und Bildqualität über den gesamten Zoombereich

 

Besonders beeindruckt hat mich die Schärfe und Bildqualität über den gesamten von mir genutzten Brennweitenbereich. Für meine Arbeit ist das ein wichtiger Punkt, denn feine Fellstrukturen, Augen und kleinste Details sollen sauber wiedergegeben werden. Bei einem Zoomobjektiv interessiert mich deshalb nicht nur, wie es bei einer einzelnen Brennweite arbeitet, sondern ob die Qualität auch dann konstant bleibt, wenn ich während des Shootings häufig zwischen kurzen und längeren Brennweiten wechsle.

 

Das 20–60mm hat hier einen sehr überzeugenden Eindruck hinterlassen. Die Bilder wirken klar und detailreich und bieten eine sehr gute Grundlage für die spätere RAW-Entwicklung. Gerade bei Hunden mit feinen Fellstrukturen oder kontrastreichen Zeichnungen fällt eine saubere Detailwiedergabe schnell auf. Für mich war deshalb besonders positiv, dass ich die Flexibilität eines Zooms nutzen konnte, ohne das Gefühl zu haben, bei der Bildqualität Abstriche machen zu müssen.

Bildvorschlag – Perspektive auf Augenhöhe und geringe Aufnahmedistanz

 

Bildvorschlag – Weitwinkelwirkung mit moderner Architektur

 

Natur: Weitwinkel bedeutet nicht automatisch „viel Hintergrund“

 

Auch in der Natur lässt sich der Brennweitenbereich sehr abwechslungsreich einsetzen. Beim Shooting in der Heide wollte ich die Umgebung sichtbar machen, den Hund aber trotzdem klar als Hauptmotiv erhalten. Dabei spielen nicht nur Brennweite und Blende eine Rolle, sondern vor allem die eigene Position, die Entfernung zum Hund und die Wahl von Vorder- und Hintergrund.

 

Eine tiefe Kameraposition hilft beispielsweise dabei, Heidekraut oder Bodenstrukturen als Vordergrund einzusetzen. Dadurch entsteht räumliche Tiefe, obwohl mit einer relativ kurzen Brennweite gearbeitet wird. Gleichzeitig kann eine offene, ruhige Fläche hinter dem Hund dafür sorgen, dass das Motiv klar erkennbar bleibt. Weitwinkelaufnahmen müssen deshalb keineswegs unruhig wirken, entscheidend ist, wie bewusst die Umgebung gestaltet wird.

Nicht nur Outdoor: das 20–60mm im Studio

 

Überrascht hat mich das Objektiv auch im Studio. Dort arbeite ich häufig sehr kontrolliert: Licht, Position des Hundes, Hintergrund und Bildausschnitt sind bewusst gesetzt. Gerade bei großen Hunden kann ein flexibler Brennweitenbereich sehr angenehm sein, weil ich schnell zwischen einer weiteren Aufnahme und einem engeren Ausschnitt wechseln kann, ohne den kompletten Aufbau verändern zu müssen.

 

Auch hier hat mich die Bildqualität überzeugt. Die feinen Strukturen im Fell werden sehr klar wiedergegeben und die Schärfe sitzt dort, wo ich sie haben möchte. Gleichzeitig lässt sich mit dem Zoombereich der Bildaufbau schnell variieren. Für mich ist das ein gutes Beispiel dafür, dass ein leichtes, kompaktes Zoomobjektiv keineswegs nur als Reise- oder Immer-dabei-Lösung funktionieren muss, sondern auch in einer kontrollierten Studiosituation sehr stark sein kann.

Bildvorschlag – Studio: klassisches Portrait

 

Bildvorschlag – Studio: Weitwinkel

 

Mein Fazit

 

Das Sigma 20–60mm F2.8–4 DG | Contemporary  hat sich für mich vor allem als sehr vielseitiges Objektiv erwiesen. Es ist leicht, praktisch und damit ideal für längere Touren, bei denen ich nicht unnötig viel Ausrüstung tragen möchte. Gleichzeitig deckt es einen Brennweitenbereich ab, mit dem sich sehr unterschiedlich arbeiten lässt: von der weitwinkligen, bewusst inszenierten Umgebung bis zum ruhigeren Porträt.

 

Am meisten beeindruckt hat mich dabei die Kombination aus Flexibilität und Bildqualität. Die Schärfe ist über den gesamten Brennweitenbereich sehr überzeugend, die Dateien sind detailreich und das Objektiv hat sowohl in der Stadt und in der Natur als auch im Studio zuverlässig funktioniert. Für meine Art der Hundefotografie ist genau das spannend: Ein Objektiv soll mich nicht auf eine einzige Bildidee festlegen, sondern mir die Freiheit geben, auf Licht, Location und Hund zu reagieren. Das 20–60mm bietet dafür sehr viele Möglichkeiten und macht es leicht, auch auf längeren Shootings flexibel und kreativ zu bleiben.

ABOUT

Tierfotografin

Regine Heuser ist eine der bekanntesten Spezialistinnen für Hundefotografie im deutschsprachigen Raum. Sie hat bereits die Hunde zahlreicher Prominenter, darunter Wolfgang Joop, Udo Walz und Johann Lafer, fotografiert und ihr Wissen in Fachzeitschriften, Workshops und Video-Trainings weitergegeben.

 

In ihren Kursen steht immer der Mensch hinter der Kamera im Mittelpunkt: Jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer wird individuell gecoacht, unabhängig vom Kameramodell oder Hersteller. Ihr praxisnaher Ansatz und ihr Gespür für Licht und Timing machen sie zu einer gefragten Expertin in der Tierfotografie.

 

Ihr Motto: „Raus aus der Automatik.“ Denn wer seine Kamera wirklich versteht, fotografiert bewusster, kreativer und mit mehr Ausdruck – egal ob mit Profi-Equipment oder kompakter Kamera.