Mit Sigma in Japan: Drei Objektive, unzählige Perspektiven
Sigma 28–105mm F2.8 DG DN | Art
Sigma 200mm F2 DG OS | Sports
Sigma 35mm F1.2 DG II | Art
Von Max Maerschalck


Japan ist ein Land der Kontraste. Zwischen der pulsierenden Energie von Osaka, der respektvollen Stille in Tempelanlagen, den endlosen Straßen und Gassen Tokyos und der besonderen Ruhe in der Natur entstehen Motive fast von selbst. Gleichzeitig stellt genau diese Vielfalt hohe Ansprüche an die Ausrüstung. Auf dieser Reise begleiteten mich und meine Freunde drei Objektive von Sigma: das Sigma 200mm F2 DG OS | Sports, das Sigma 28-105mm F2.8 DG DN | Art und das Sigma 35mm F1.2 DG II | Art. Jedes von ihnen hatte seine ganz eigenen Stärken und erlaubte uns ein paar der besten Fotos unserer Karriere zu schießen.


Sigma 200mm F2 DG OS | Sports
Das Sigma 20 0mm F2 DG OS | Sports war auf dieser Reise eines dieser Objektive, das mich immer wieder überrascht hat. Die Perspektiven, die sich mit dieser Brennweite einfangen lassen, sind einfach unglaublich. Gerade in den Städten konnte ich mit dem 200 mm die Hektik entweder bewusst aus dem Bild nehmen oder sie noch stärker hervorheben. Auf der Nakamise-Einkaufsstraße, die zum Sensō-ji Tempel in Tokyos Stadtteil Asakusa führt, entstand so ein Blick auf ein regelrechtes Meer aus Köpfen, das sich zwischen den kleinen Läden und Souvenirständen in Richtung Tempel bewegte. Die lange Brennweite komprimierte die Szene, zog die Ebenen zusammen und machte aus dem alltäglichen Gedränge von Anwohnern, Pendlern und Touristen ein intensives, fast grafisches Stadtbild


Auch in ruhigeren Momenten zeigte das Objektiv seine Stärke. Im Nara-Park, wo die berühmten Rehe zwischen unzähligen Besucherinnen und Besuchern unterwegs sind, war es normalerweise kaum möglich, ein Tier wirklich sauber vom Hintergrund zu lösen. Mit dem 200 mm und der großen Offenblende gelang genau das: Die Rehe traten aus dem Chaos heraus und bekamen plötzlich die Ruhe, die man an diesem Ort eigentlich sucht. Das absolute Highlight war jedoch ein Abend auf dem Tokyo Skytree, dem höchsten Gebäude Japans. Bei Sonnenuntergang hatten wir eine klare Sicht auf den Mt. Fuji, mitten hinter der Skyline von Tokyo. Mit dem Sigma 200 mm F2 konnten wir in einem einzigen Bild die Dichte der Metropole und die stille Präsenz des Berges festhalten — ein faszinierender Kontrast, wie ihn nur Japan bieten kann.




Sigma 35mm F1.2 DG II | Art
Das Sigma 35mm F1.2 DG II | Art war für mich das Objektiv, das sich auf Reisen fast selbstverständlich anfühlt. Wenn ich mich für nur eine Festbrennweite entscheiden müsste, wäre es immer ein 35er. Die Brennweite ist nah genug, um mitten im Geschehen zu sein, aber weit genug, um den Kontext einer Szene zu erzählen. Gleichzeitig verbinde ich damit gerne den Hollywood-Look, da bei großen Filmproduktionen diese Brennweite auch sehr oft verwendet wird. Dazu kommt die enorme Lichtstärke von F1.2, die gerade in Innenräumen, bei Dämmerung oder in engen Gassen einen großen Unterschied macht. Für Fotografen, die mit kleinem Gepäck reisen möchten, aber keine Kompromisse bei der Bildqualität eingehen wollen, ist dieses Objektiv eine unglaublich starke Wahl.


Besonders viel Spaß machte das 35 mm im Katsuo-ji Tempel, wo tausende Daruma-Puppen auf dem Gelände verteilt sind. Hier konnte ich Details, Reihen, Farben und kleine Entdeckungen einfangen, ohne das Gefühl zu haben, von der Szene abgeschnitten zu sein. Gleichzeitig funktionierte das Objektiv auch im Trubel von Osaka und Tokyo hervorragend. In engen Gassen, in denen kleine Restaurants, Laternen, Schilder und Menschen einen eigenen Mikrokosmos bilden, waren 35 mm genau richtig. Besonders in den sogenannten Izakaya, diesen kleinen japanischen Lokalen voller Leben, Nähe und Atmosphäre, konnte das Sigma 35mm F1.2 DG II | Art seine Stärken voll ausspielen: natürlich wirkende Perspektive, starke Freistellung und genug Lichtreserven, um die Stimmung nicht zu verlieren.


Sigma 28-105mm F2.8 DG DN | Art
Das Sigma 28-105mm F2.8 DG DN | Art war der perfekte Allrounder dieser Reise. Es gab Tage, an denen alles zu hektisch wurde, an denen man nicht ständig über die nächste Brennweite nachdenken wollte, sondern einfach den Kopf ausschalten und fotografieren wollte. Genau dann war dieses Objektiv die Antwort. Die ideale Location dafür war der Fushimi Inari-Taisha in Kyoto, bekannt für seine scheinbar endlosen Reihen roter Torii-Tore. Da der Schrein größtenteils durch den Wald verläuft, braucht man dort ein Objektiv, das lichtstark und gleichzeitig flexibel ist. Die durchgehende Blende F2.8 und der Brennweitenbereich von 28 bis 105 mm passten perfekt zu diesem Ort.
Jeder, der den Fushimi Inari-Taisha besucht, wünscht sich wahrscheinlich dieses eine Bild eines Torii-Korridors, der unendlich lang zu sein scheint. Mit 105 mm ließ sich genau diese Wirkung hervorragend einfangen. Gleichzeitig waren einzelne Tore, Details und andere Elemente des Schreins ebenso spannend, wofür die 28 mm wieder sehr gelegen kamen — und natürlich war auch meine Lieblingsbrennweite 35 mm im Zoom-Bereich enthalten. Da der Ort extrem stark besucht ist, standen wir um 4 Uhr morgens auf und nahmen den allerersten Zug nach Kyoto. Um 6 Uhr waren wir bereits dort, und trotzdem war es schon voll. Unsere letzte Chance war es, den Berg hinaufzulaufen, in der Hoffnung, weiter oben ruhigere Stellen zu finden. In dieser Situation war es entscheidend, nicht ständig Objektive wechseln zu müssen. Das Sigma 28-105mm F2.8 DG DN | Art war dafür wie gemacht: schnell, vielseitig und bereit für jede Szene.


Eine ähnliche Situation ergab sich auf dem Tsukiji Fischmarkt in Tokyo, der weit mehr ist als „nur“ ein Fischmarkt. Jeder Stand wirkte wie ein kleiner Einblick in das Leben der Händlerinnen und Händler, die ihrem Geschäft mit enormer Hingabe nachgehen. Zwischen dampfenden Speisen, scharfen Messern, frischem Fisch, kleinen Spezialitäten und neugierigen Besuchern bewegt man sich mit dem Fluss der Menge. Stehenzubleiben, um ein Objektiv zu wechseln, wäre dort kaum möglich gewesen. Vom Verkäufer, der einen rekordverdächtig großen Thunfisch zerteilt, bis hin zu einem älteren Ehepaar, das jeden Tag seine kleinen Köstlichkeiten an Menschen aus aller Welt verkauft, war der Markt so vielfältig wie die Fotos, die man dort machen konnte. Genau hier zeigte das 28-105 mm erneut, wie wertvoll ein flexibles und lichtstarkes Reisezoom sein kann.




Fazit
Diese Reise nach Japan hat einmal mehr gezeigt, wie stark die Wahl des Objektivs die Art verändert, wie man einen Ort wahrnimmt. Das Sigma 200 mm F2 DG OS | Sports eröffnete außergewöhnliche Perspektiven und machte es möglich, selbst in überfüllten Situationen Ruhe, Tiefe und Verdichtung zu schaffen. Das Sigma 35mm F1.2 DG II | Art war die perfekte Festbrennweite für authentische Reisemomente, atmosphärische Szenen und Situationen mit wenig Licht. Das Sigma 28-105mm F2.8 DG DN | Art wiederum war der verlässliche Allrounder, wenn es schnell gehen musste und trotzdem keine Kompromisse bei Bildwirkung und Qualität erlaubt waren.
Gemeinsam haben diese drei Objektive die Reise nicht nur dokumentiert, sondern geprägt. Sie halfen dabei, Japan aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln zu erzählen: komprimiert und monumental, nah und persönlich, flexibel und spontan. Genau das macht gute Reiseausrüstung aus. Sie steht nicht im Weg, sondern erweitert die Möglichkeiten. Und in einem Land, das hinter jeder Ecke ein neues Motiv bereithält, waren diese Sigma-Objektive die idealen Begleiter.