Auf den Spuren der Moschusochsen im Sommer

Sigma 100-400mm F5-6.3 DG DN OS | Contemporary
Sigma 16–300mm F3.5-6.7 DC OS | Contemporary
Von Julia und Tim Glaeser

Sommer im Dovrefjell Nationalpark

 

400 Kilogramm schwer, 1,5 Meter groß und dennoch klettern sie ganze Bergwände hinauf – Moschusochsen gehören für uns zu den beeindruckendsten Tieren Europas und standen schon lange auf unserer Foto-Wunschliste.

 

In diesem Jahr war es endlich soweit und wir bekamen die Gelegenheit in den Dovrefjell Nationalpark in Norwegen zu fahren. Einer der wenigen Orte in Europa, wo die Tiere bestaunt werden können. Die riesigen Pflanzenfresser wurden in Norwegen im 20. Jahrhundert wiederangesiedelt, nachdem sie dort bereits während der letzten Eiszeit gelebt hatten. Heute sind in dem Nationalpark 200-300 Individuen zu finden. Und wir hatten es uns zur Aufgabe gemacht ein paar davon vor die Linse zu bekommen.

Für Wildlife-Fotografie sind Tele-Objektive naheliegend, da meist ein gewisser Abstand zu den Tieren notwendig ist. Gleichzeitig sind wir Fans von Flexibilität. Aus diesem Grund entschieden wir uns bei dieser Unternehmung für das 100-400mm F5-6.3 DG DN OS | Contemporary sowie das 16-300mm F3.5-6.7 DC OS | Contemporary.

 

Um zunächst das Gelände kennenzulernen und mehr über das Verhalten der Tiere zu lernen, entschieden wir uns für eine Wanderung mit einem lokalen Guide. Dieser zeigte uns nicht nur die favorisierten Plätze der Tiere, sondern erklärte uns auch viel über deren Geschichte im Nationalpark und die Gefahren, denen sie ausgesetzt sind. Darunter vor allem Züge, da die Tiere immer mal wieder dazu neigen, auf die nahe gelegenen Schienen zu laufen.

Geduld zahlt sich aus

 

Obwohl unser Guide ein gutes Auge hatte und wir fast 6 Stunden durch das Gebiet wanderten, sahen wir die Moschusochsen nur aus sehr weiter Entfernung auf einem sich uns gegenüber befindendem Berghang. So konnten wir nach diesem ersten Tag zwar behaupten, sie gesehen zu haben, doch ein gutes Foto kam nicht dabei heraus.

 

Am Abend berieten wir uns und beschlossen, am darauffolgenden Tag auf eigene Faust loszuziehen. Mit Zelt, Isomatten und Schlafsäcken im Gepäck, denn in Norwegen gilt das Jedermannsrecht und somit ist es erlaubt im Nationalpark mit Zelt zu campen.

 

Wir erhofften uns die größten Chancen auf eine entspannte Begegnung am Abend, wenn die meisten Tageswanderer den Park wieder verlassen hatten. Daher machten wir uns erst zum späten Nachmittag auf den Weg.

 

Auch heute noch können wir nicht glauben, wie viel Glück wir dann hatten.

Wir entdeckten eine kleine Gruppe Moschusochsen auf einem Hügel. Da die Tiere sich allerdings mehr auf der uns abgewandten Seite des Hangs aufhielten, wollten wir um den Hügel herum gehen. Als wir dies jedoch taten, liefen die Moschusochsen plötzlich über eben diesen Hügel direkt auf uns zu und wir sahen sie durch die Erhebung erst, als sie gefühlt fast direkt vor uns standen.

 

Wir blieben zunächst wie angewurzelt stehen und brauchten eine Sekunde, um uns wieder daran zu erinnern, dass wir eigentlich fotografieren wollten. Im nächsten Moment kamen wie aus dem Nichts zwei Babys um die Muttertiere herum hervor und steuerten direkt auf uns zu.

Noch beim Zurückweichen, schossen wir die ersten Bilder und versuchten gleichzeitig, wieder mehr Distanz zwischen uns und die Moschusochsen zu bringen. Denn obwohl die Kleinen sehr neugierig und zutraulich wirkten, hatten wir dennoch großen Respekt vor ihren gewaltigen Müttern und deren Reaktion, sollten ihre Kinder uns zu nahekommen. Moschusochsen können in bestimmten Situationen Scheinangriffe starten, wenn sie sich bedrängt fühlen. Das wollten wir auf keinen Fall riskieren und so traten wir schnell den Rückweg an.

 

In solchen Momenten braucht es unserer Meinung nach drei Dinge: Ein Objektiv mit entsprechender Flexibilität in der Brennweite, schnelles, fast intuitives Bedienen der Kamera und eine ordentliche Portion Glück. Wir hatten scheinbar alles drei. Die Bilder, die in diesen wenigen Sekunden entstanden sind, gehören zu unseren liebsten Wildlife-Fotos bisher und ohne zuverlässige Technik in solchen Augenblicken, wären sie nicht möglich gewesen. Wir sind beeindruckt von der Schärfe der Bilder, die wir mit dem 16-300mm gemacht haben.

Ein unvergesslicher Morgen mit den Moschusochsen

 

Nach dieser atemberaubenden Begegnung beschlossen wir, unser Zelt für die Nacht aufzubauen. Ein weniger leichtes Unterfangen, da wir Schwierigkeiten hatten eine ebene Fläche zu finden, sowie einen trockenen Untergrund. Mit leichter Schieflage kuschelten wir uns schließlich in unsere Schlafsäcke, doch wirklich tief einschlafen konnten wir nicht.

Vielleicht war es noch die Aufregung des Tages oder das schiefe Zelt, aber knapp 2-3 Stunden später lagen wir immer noch wach, als wir deutliches Schnaufen und Hufgetrappel nicht weit von unserem Zelt entfernt hörten.

 

Es klang, als wären die Moschusochsen direkt neben uns. Nach wenigen Minuten trauten wir uns schließlich raus zu schauen und entdeckten eine Herde direkt auf einem Hügel über uns.

Es handelte sich definitiv um andere Tiere als am Vorabend, da dieses Mal keine Babys, sondern eher 1-2 Jahre alte Jungtiere sowie zwei ältere Tiere in der Gruppe waren.

 

Leise schlichen wir raus, die Kameras bereit und begannen die ersten Aufnahmen in der aufgehenden Sonne zu schießen. Stets darauf bedacht den nötigen Abstand zu wahren, erlaubte die Herde es uns, sie den ganzen Morgen hinweg zu beobachten und zu begleiten. So konnten wir nicht nur wundervolle Fotos der Tiere inmitten der Fjelllandschaft machen, sondern auch das goldene Licht des Sonnenaufgangs nutzen und malerische Bilder im Gegenlicht schießen.

Durch den Zoombereich konnten wir dadurch sowohl mit dem 100-400mm als auch mit dem 16-300mm Fotos in weiter Landschaft sowie formatfüllende Aufnahmen der Tiere machen.

 

Nach diesem einzigartigen Morgen packten wir schließlich glückselig unsere Sachen wieder zusammen und beschlossen den Rückweg anzutreten. Schon fast am Parkplatz angekommen, wartete dann doch noch eine letzte Überraschung auf uns: Wir bogen gerade um eine Kurve als ein einzelner Moschusochse plötzlich direkt auf unserem Wanderweg vor uns stand. Zum Glück waren Kamera und Objektiv noch bereit und so machten wir noch ein letztes Portrait des Moschusochsen eingerahmt vom Wald. Was für ein Abschluss!

Abschließend lässt sich sagen, dass wir nicht nur mit dem Ergebnis unsere Bilder sehr zufrieden sind, sondern auch mit den beiden gewählten SIGMA-Objektiven. Sie sind überaus robust, boten uns die notwendige Flexibilität und überzeugen auch im Resultat mit hoher Qualität. Dazu kommt das verhältnismäßig leichte Gewicht, wodurch diese auch beim Wandern nicht groß ins Gewicht fielen.

ABOUT

Wildlife- und Outdoorfotografin

Julias Leidenschaft für die Tierwelt, das Meer und Reisen, fand die perfekte Ergänzung, als sie das erste Mal eine Kamera in die Hand nahm. Seither gab es kaum eine Reise bei der sie nicht versuchte, diese Schönheit mit einer Linse einzufangen. Ihr Ziel ist es, mit ihren Bildern Menschen zu inspirieren kreativ zu werden, mehr rauszugehen und gleichzeitig auf die Bedrohung der Natur aufmerksam zu machen.

 

Ihre Begeisterung für die Fotografie erstreckte sich bald auch auf die Videographie. Egal ob beim Tauchen mit Tigerhaien, bei Expeditionen durch malerische Schneelandschaften oder einer Island-Umrundung: Die Kamera muss immer dabei sein. Nicht nur um die Erlebnisse für immer festzuhalten, sondern um mit den Bildern eine Geschichte zu erzählen - über den Ort, die Stimmung des Augenblicks und die Besonderheit des jeweiligen Moments. 

 

ABOUT

Wildlife- und Outdoorfotograf

Tim ist leidenschaftlicher Natur- und Outdoorfotograf mit besonderem Fokus auf Wildlifefotografie, sowohl Über- als auch Unterwasser. Er liebt es, die unberührte Schönheit der Natur einzufangen und einzigartige Momente für immer mit der Kamera festzuhalten: Seien es kämpfende Moschusochsen, jagende Marlins oder die Naturgewalt eines Gletschers.

 

Mit seinen Bildern und Videos erzählt er fesselnden Geschichten über die Natur, die Menschen daran erinnern, wie einzigartig und schützenswert unser Planet ist.