Die Lofoten zu Fuß durchqueren
Sigma 100–400mm F5–6.3 DG DN OS | Contemporary
Sigma 16–28mm F2.8 DG DN| Contemporary
Sigma 24–70mm F2.8 DG DN | Art
Von Daniel Kilian


Mein Sigma-Setup für zwei Wochen Trekking im Norden Norwegens
Zwei Wochen zu Fuß durch die Lofoten. Von der Insel Værøy bis nach Svolvær, vorbei an Fjorden, Stränden, steilen Anstiegen, windigen Pässen und Landschaften, die sich oft innerhalb weniger Minuten komplett verändern. Eine Reise, bei der man normalerweise jedes Gramm im Rucksack sehr genau hinterfragt.
Gerade deshalb habe ich mir auch bei meinem Kamera-Setup genau überlegt, was wirklich mit muss. Drei Objektive bedeuten auf einer längeren Trekkingtour zusätzliches Gewicht. Trotzdem habe ich mich bewusst für diesen Kompromiss entschieden. Mit dabei waren das Sigma 16–28mm F2.8 DG DN | Contemporary, das Sigma 24–70mm F2.8 DG DN | Art und das Sigma 100–400mm F5–6.3 DG DN OS | Contemporary.






Unsere Reise begann mit der Fähre von Bodø nach Værøy. Schon die Überfahrt fühlte sich an wie der passende Einstieg in dieses Abenteuer: Langsam entfernte sich das Festland, während die Silhouetten der Lofoten am Horizont immer näher kamen. Auf Værøy wurden wir direkt mit den besten Bedingungen begrüßt: ruhiges Wetter, klare Sicht und diese besondere Abendstimmung.
Dank der Mitternachtssonne war es noch hell genug, um direkt loszugehen. Also haben wir gar nicht lange überlegt und machten uns noch am selben Abend auf zu unserer ersten Wanderung. Schon dort zeigte sich, warum die Lofoten fotografisch so besonders sind. Oben am Grat angekommen, hatten wir perfekte Bedingungen: ein Wolkenmeer mit der langsam untergehenden Sonne, das sich in dem Moment wie das Ende der Welt anfühlte.






Die Lofoten sind landschaftlich extrem vielseitig. Man läuft durch breite Täler, steht plötzlich vor steilen Felswänden, blickt auf türkisfarbene Buchten hinab oder folgt schmalen Trails entlang der Küste.
Für solche Szenen hatte ich vor allem das 16–28mm dabei. Es kam immer dann zum Einsatz, wenn wenig Platz zum Fotografieren war und ich trotzdem möglichst viel von der Umgebung zeigen wollte. Zum Beispiel bei unserem Biwak auf schmalen Berggipfeln, auf ausgesetzten Graten oder in Situationen, in denen man nah am Motiv bleiben und trotzdem viel von der Landschaft zeigen möchte. Gerade durch die Nähe zum Motiv vermittelt ein Weitwinkel oft stärker das Gefühl, selbst Teil der Szene zu sein. Da ich nicht nur die Landschaft, sondern auch das Abenteuer und das Unterwegssein fotografieren wollte, kam das Objektiv entsprechend häufig zum Einsatz.
Die meiste Zeit war allerdings das 24–70mm auf der Kamera. Wenn es darum ging, Nähe und Landschaft in einem Bild zu verbinden, war das 16–28mm ideal. Für den Großteil der Tour blieb aber das 24–70mm mein flexibler Allrounder. Auf einer mehrtägigen Trekkingtour ist es oft nicht besonders praktisch, ständig das Objektiv zu wechseln. Genau deshalb war das 24–70mm auch auf dieser Reise mein Go-to-Objektiv.Besonders






Besonders eindrücklich waren für mich die Nächte unter der Mitternachtssonne. Einige Male haben wir auf Gipfeln bivakiert, mit Blick hinunter auf Fjorde, kleine Orte und das offene Meer.
Eines meiner absoluten Highlights dieser Reise war die Wanderung auf den Hermannsdalstinden auf der Insel Moskenesøya. Oben angekommen, öffnete sich ein unglaubliches Panorama auf die umliegenden Berggipfel, die darunterliegenden Fjorde und die endlose Weite des Ozeans.
Genau in solchen Momenten kam auch das 100–400mm besonders zum Einsatz. Während man mit bloßem Auge zunächst vor allem die Weite wahrnimmt, konnte ich mit dem Tele einzelne Details herauslösen: Bergflanken im Abendlicht, umliegende Gipfel, kleine Strukturen in der Ferne oder das Licht der Sonne, das sich auf der Oberfläche des Ozeans spiegelte.


Das 100–400mm war gleichzeitig der größte Kompromiss im Rucksack. Auf einer Tour, bei der man ohnehin Zelt, Schlafsack, Essen, Kleidung und Ausrüstung trägt, überlegt man sich natürlich zweimal, ob ein Teleobjektiv wirklich mit muss. Rückblickend bin ich aber froh, dass ich es dabeihatte.
Neben Landschaftsdetails konnte ich damit auch spontan auf Situationen reagieren, die sich unterwegs ergeben haben. Unter anderem konnten wir während des Wanderns einen Seeadler im Flug beobachten, den ich mit einer kürzeren Brennweite kaum hätte fotografieren können.
Über die zwei Wochen hinweg haben sich Wetter, Licht und Stimmung fast täglich verändert. Genau das hat die Tour fotografisch so spannend gemacht. Jede Etappe sah anders aus und immer wieder entstanden neue Motive, auf die ich flexibel reagieren konnte.






Mir ging es auf dieser Reise nicht nur um klassische Landschaftsaufnahmen. Ich wollte auch das Unterwegssein selbst dokumentieren, die wechselnden Bedingungen, die Biwaks, die langen Etappen und die kleinen Momente zwischen den großen Aussichtspunkten.


Deshalb war die Kombination aus Weitwinkel, Standardzoom und Tele für mich genau richtig. Drei Objektive bedeuten auf einer Trekkingtour natürlich zusätzliches Gewicht. Wenn man aber nicht nur ein einzelnes Motiv, sondern eine ganze Reise erzählen möchte, kann sich dieser Kompromiss lohnen. Für mich war es am Ende die richtige Entscheidung, weil ich dadurch die Reise genau so festhalten konnte, wie ich sie erlebt habe.
ABOUT
Outdoor- und Reisefotograf
Daniel Kilian ist Outdoor- und Reisefotograf und lebt in Innsbruck. Durch eine Reise nach Neuseeland hat er seine Begeisterung für die Fotografie entdeckt, später hat es ihn in die Alpen gezogen, die bis heute seine größte Inspiration sind. Er fotografiert überwiegend draußen, und es zieht ihn immer wieder in alpine Landschaften und abgelegene Regionen, wo er besondere Momente einfängt und Geschichten mit seiner Kamera erzählt.