Zwischen Megacity und Regenwald

Sigma 16mm F1.4 DC DN | Contemporary
Sigma 500mm F4 DG OS HSM | Sports
Sigma 70–200mm F2.8 DG OS HSM | Sports
Von Marco Papajewski

Unterwegs mit Sigma in Thailands urbaner und ursprünglicher Wildnis

 

Anfang April führte mich eine fotografische Reise nach Thailand – ein Land, dessen landschaftliche und gesellschaftliche Gegensätze kaum größer sein könnten. Für die Wildlife-Fotografie entsteht daraus ein außergewöhnliches Spannungsfeld zwischen urbaner Anpassung, touristischer Einflussnahme und ursprünglichen Regenwaldhabitaten.

Bangkok – Urbane Wildnis zwischen Beton und Wasser

 

Der erste Abschnitt der Reise führte nach Bangkok. In einer Metropole, die auf den ersten Blick kaum Raum für Natur zu lassen scheint, hat sich mitten im Stadtzentrum ein bemerkenswertes Ökosystem etabliert. Im Lumphini Park begegnet man Bindenwaranen, die sich mit beeindruckender Selbstverständlichkeit durch den urbanen Raum bewegen.

 

Viele Tiere werden regelmäßig von Touristen gefüttert und nutzen zusätzlich menschliche Abfälle als Nahrungsquelle. Gleichzeitig fehlen ihnen im urbanen Umfeld natürliche Feinde. Das Resultat ist eine bemerkenswerte Gelassenheit gegenüber menschlicher Nähe – und damit eine fotografisch außergewöhnliche Ausgangssituation.

Um diese Wechselwirkung zwischen Tier und Lebensraum sichtbar zu machen, erwies sich das Sigma 16mm F1.4 DC DN als ideales Werkzeug. Die kurze Brennweite ermöglicht es, Tiere und urbane Umgebung gleichermaßen in die Bildgestaltung einzubeziehen und die besondere Spannung zwischen Wildtier und Großstadt festzuhalten.

 

Parallel dazu eröffneten die ruhigen Bindenwarane eine zweite Perspektive: den Einsatz einer 500mm F4 DG OS HSM Festbrennweite mitten in urbaner Kulisse. So entstanden Portraitaufnahmen, die eher an urzeitliche Reptilien in unberührter Wildnis erinnern als an Tiere im Herzen einer Millionenstadt.

Koh Samui – Wenn Tourismus Natur zur Kulisse macht

 

Thailand zeigt jedoch nicht nur, wie erfolgreich sich Wildtiere an menschlich geprägte Räume anpassen können – sondern auch, wie stark Natur zunehmend inszeniert wird.

 

Auf Koh Samui rückte daher ein anderes Thema in den Fokus: die Auswirkungen modernen Massentourismus. Ein prägnantes Beispiel hierfür ist Koh Madsum, besser bekannt als „Pig Island“.

 

Dort wurden Hausschweine gezielt angesiedelt, um Touristen ein außergewöhnliches Erlebnis zu bieten. Die Tiere bewegen sich frei über den Strand und sind teils sogar im Meer zu beobachten – eine Szenerie, die zunächst kurios wirkt, zugleich jedoch Fragen nach Authentizität und Inszenierung von Naturerlebnissen aufwirft.

 

Auch hier erwies sich das Sigma 16mm F1.4 DC DN als prädestiniert, um nicht nur die Tiere selbst, sondern ihr gesamtes Umfeld mitsamt menschlicher Interaktion abzubilden. Gerade in solchen Situationen wird Fotografie mehr als reine Ästhetik – sie wird zum dokumentarischen Werkzeug.

Kaeng Krachan & Khao Yai – Fotografieren unter dem Blätterdach des Regenwalds

 

Den Abschluss der Reise bildeten die Nationalparks von Kaeng Krachan und Khao Yai– zwei der artenreichsten Schutzgebiete Südostasiens.

Unter dem dichten Blätterdach des Regenwaldes verändern sich die Anforderungen an die Wildlife-Fotografie grundlegend. Licht dringt nur punktuell durch die Vegetation, Kontraste wechseln binnen Sekunden, und Sichtfenster auf Tiere sind häufig nur von kurzer Dauer.

 

Unter diesen Bedingungen erwies sich das 70–200mm F2.8 DG OS HSM aus der Sports-Linie als zentrales Werkzeug. Die Kombination aus Flexibilität und hoher Lichtstärke ermöglicht es, auch in schwierigen Lichtsituationen schnell und präzise zu reagieren.

Im Fokus standen verschiedenste Primatenarten, darunter Languren, Makaken und Gibbons. Besonders eindrucksvoll waren die Begegnungen mit den Weißhandgibbons, deren Rufe oft bereits ankündigen, was Sekunden später sichtbar wird: ein dynamisches Schauspiel hoch oben im Blätterdach.

 

Für hochwertige Wildlife-Portraits und detailreiche Verhaltensaufnahmen kam erneut meine 500mm F4 DG OS HSM Festbrennweite zum Einsatz. Sie ermöglicht die nötige Distanz, um Tiere unbeeinflusst zu beobachten, und liefert zugleich die optische Präzision, die komplexe Waldkulissen in klare Bildkompositionen verwandelt.

Thailand hat auf dieser Reise eindrucksvoll gezeigt, wie unterschiedlich Wildnis heute aussehen kann: angepasst an urbane Räume, inszeniert für touristische Konzepte oder verborgen unter dem Blätterdach ursprünglicher Regenwälder.

ABOUT

Marco Papajewski

Wildlifefotograf

Seit 2010 widmet Marco sich mit großer Leidenschaft der Wildlife-Fotografie und spezialisiere sich insbesondere auf Tiere in urbanen Lebensräumen. Ihn fasziniert vor allem die Frage, wie Wildtiere sich an vom Menschen geprägte Räume anpassen und dort eigene Nischen schaffen. Sein fotografischer Fokus darauf, diese oft übersehenen Begegnungen zwischen Stadt und Wildnis sichtbar zu machen – und im Rahmen seiner Fototouren in Berlin Fotografen und naturbegeisterten Menschen den überraschenden Artenreichtum der Hauptstadt näherzubringen.