Dokumentarische Fotografie zwischen Wind, Wellen und der Verantwortung des eigenen Blickes
Sigma 35mm F2 DG | Contemporary
Sigma 24–70mm F2.8 DG II | Art
Von Clara Marnette


Journalistische und dokumentarische Fotografie bedeutet für mich, ein Geschehen, ein Gefühl, eine Wahrnehmung in eine visuelle Bildsprache zu übersetzen - ein Zusammenspiel aus Intention, Intuition und Reaktion.
Ein starkes Bild entsteht für mich nicht nur durch Symmetrie der Komposition oder technische Perfektion, sondern durch die Geschichte, die es erzählt, die Fragen, die es aufwirft, das Gefühl, das es auslöst.


Im Gegensatz zu meiner visuellen Arbeit innerhalb funktionaler oder kommerzieller Projekte, arbeite ich vor allem innerhalb meiner journalistischen fotografischen Projekte ausschließlich mit natürlichem Licht und liebe das Spiel mit Schatten und Licht.
In den vergangenen Monaten habe ich mich in sehr unterschiedlichen Kontexten bewegt und NGOs im Bereich der humanitären Arbeit sowohl auf dem Schiff als auch in Flugzeugen unterstützt. Gerade dort wird Fotografie zu einem permanenten Aushandlungsprozess zwischen Nähe und Distanz, zwischen Beobachtung und Zurückhaltung.


In vielen Situationen trage ich als Fotografin eine besondere Verantwortung, die für mich mit einer kontinuierlichen Reflexion des eigenen Blicks, der eigenen Perspektive, der Motivation hinter dem Festhalten eines Moments verbunden ist.
In meiner Arbeit muss ich oft schnell und flexibel reagieren und gleichzeitig möglichst unauffällig bleiben.
Ein leichtes, verlässliches und robustes Kamera-Setup ist dafür essenziell.
Meist habe ich die Sony A7IV dabei, zusammen mit einem Sigma 24-70mm F2.8 DG DN II | Art und einem Sigma 35mm F2 DG | Contemporary.




Das 24-70mm F2.8 DG DN II bietet mir innerhalb meiner dokumentarischen Arbeit maximale Flexibilität und Verlässlichkeit in unterschiedlichsten Situationen. Vor allem an Bord des Schiffes, wo ich mit Spritzwasser, Wind und ständig wechselnden Lichtverhältnissen umgehen muss und häufig in meiner physischen Bewegungsfreiheit eingeschränkt bin.
Auch im Flugzeug zählt jedes Gramm - je schwerer die Ladung, desto mehr Benzin wird verbraucht und desto kürzer können wir fliegen. Das bedeutet, dass ich nur mit dem Nötigsten unterwegs sein muss.


Das Spannungsverhältnis zwischen emotionaler und physischer Nähe zu einem Subjekt ist ein Thema, mit dem ich mich in den vergangenen Monaten viel auseinandergesetzt habe.
Ich arbeite bevorzugt mit Brennweiten, die der menschlichen Wahrnehmung nahekommen, den menschlichen Blick antizipieren.
Auch wenn ich meist ausschließlich unter natürlichen Lichtbedingungen fotografiere und häufig mit offenen Blenden arbeiten muss, gehe ich sehr bewusst mit der Nutzung von Tiefenschärfe um. Wenn ich ein Motiv vom Hintergrund visuell separiere, geschieht dies gezielt – denn oft sind es gerade die Räume um eine Person oder ein Objekt herum, die Teil der Geschichte sind und sie erzählen.


Daher habe ich meist auch das 35mm F2 DG mit im Gepäck. Es ist unglaublich leicht, kompakt und lichtstark. Besonders in dynamischen Kontexten gibt es mir die Möglichkeit, physisch nah am Geschehen zu sein, ohne dabei aufdringlich zu wirken. Es schafft eine Balance zwischen Nähe und Kontext: Weite Einstellungen zeigen Personen in ihrer Umgebung; dem Betrachter wird Raum für eigene Interpretation und dem Begreifen von Zusammenhängen im Bild geboten.


Mein Fazit:
Verlässlichkeit in Bezug auf meine Technik verschafft mir die Freiheit, mich ganz auf das zu konzentrieren, was vor meiner Linse passiert. Wenn Kamera und Objektive intuitiv funktionieren, bleibt mehr Raum für das Wesentliche: das Beobachten, das Reagieren und das Erzählen von Geschichten.
Das Sigma 24-70mm F2.8 DG DN II | Art und einem Sigma 35mm F2 DG | Contemporary begleiten mich dabei als Werkzeuge, auf die ich mich in unterschiedlichsten Situationen verlassen kann – vom Schiff bis ins Flugzeug, bei Wind, Wellen und wechselndem Licht. Denn am Ende ist es nicht die Technik, die ein Bild erzählt. Sie schafft die Voraussetzungen dafür, dass ich den entscheidenden Moment wahrnehmen und festhalten kann.
ABOUT
Reportagefotografin
Clara Marnette ist Fotografin, Kamerafrau und Regisseurin. Seit 2023 studiert sie Kinematografie an der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF und bewegt sich fließend zwischen Fotografie, Dokumentarfilm und szenischem Erzählen.
In den vergangenen Jahren arbeitete sie verstärkt an dokumentarischen Projekten im Bereich des Menschenrechtsaktivismus und der Unterstützung für Personen auf der Flucht.